Wenn sich der weiße Belag auf die Landschaft legt, erscheinen sie wie aus dem Nichts: Tollkühne Kinder mit ihren fahrbaren Schneeuntersätzen. Da wird jede Anhöhe, jeder Bahndamm und jedes Feld zur Piste.
Allzu viele Höhen, mag man sie auch Berge nennen, zählt die Region ja gerade nicht. Tatsächlich sind viele Berge in Berlin künstlich entstanden aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs. Dafür sind im Laufe der Geschichte einige Berge verschwunden. So einer der größten Berge südlich von Berlin, der Mühlenberg von Ruhlsdorf. Er wurde wegen seines Inhalts abgebaggert.
Ob Frau Holle im Winter genug Schnee ich ihren Kissen hat, wird sich zeigen. Vorbereitung ist da die halbe Schlittenfahrt. Die wenigen Schlitten, die in schneefreien Wintern den Laden hüten, sind schnell ausverkauft. Also lieber haben und nicht brauchen als andersherum.
Selbstverständlich ist der seit Generationen ausgetragene Disput der Kinder, ob Plastikbob oder ein Holzschlitten, längst nicht geklärt. Die bessere Steuerung des Bobs im Verhältnis zur Stabilität und Geschwindigkeit eines Holzbocks muss wohl individuell abgeschätzt werden. Das Wichtigste ist selbstverständlich der Spaß am Rodeln. Und wenn man gar keine Vorrichtung hat, die das Hinterteil schonend ins Tal bringt, kann auch mal eine Plastiktüte den Dienst übernehmen.
Nun braucht es nur noch eine Anhöhe, um den Schlitten auf Touren zu bringen. Jedoch ist nicht jeder Berg geeignet, denn manche wurden mit Zäunen versehen und bei anderen ist der Verkehr eine Gefahr.
Der erste Gedanke wäre sicherlich der Grunewald, der ist aber ziemlich groß und das herumliegende Gehölz ist nicht gerade förderlich beim Schlittenfahren. Allerdings gibt es drei Anlaufstellen, die ich in der Liste nicht aussparen will.
Beginnen wir gleich mit dem Grunewald, schließlich befindet sich hier das regional größte Bergevorkommen.
Eine gewisse Tradition hat der Teufelsberg als Wintersportort von Berlin bereits erhalten. In früheren Tagen beförderte ein Skilift die Menschen den Berg hoch. Damals saß aber auch noch der US-Geheimdienst auf dem Berg, dessen Abhorchcamp in Teilen zu bestaunen ist, und die waren durch den Lift gestört. Der Teufelsberg ist mit 120 Metern Berlins zweitgrößte Erhebung und die Rodelbahn ist mit einer Strecke von rund 400 Metern recht steil. Daher ist er wohl auch sehr beliebt. Das äußert sich auch an der Vielzahl von Kindern.
Gleich neben dem Teufelsberg liegt der ebenfalls künstliche Drachenberg. Hier gibt es Abfahrten in verschiedenen Größen und Längen, wofür man sich etwas umschauen muss. Aber es gibt auch eine größere Piste, die viele anlockt. Sie ist nicht so steil wie auf dem Teufelsberg, aber dennoch von einer beachtlichen Länge.
Eine Location für den Einsatz der Schlitten im Grunewald habe ich noch. Gleich nach dem Ende der Häuser, wenn man die Onkel-Tom-Straße hochgeht, liegt der Rodelberg Grunewald. Hier befand sich früher eine offizielle Rodelbahn. Die hohe Unfallträchtigkeit veranlasste die Behörden, die Strecke stillzulegen. Hier geht es etwa 200 Meter runter, wobei die Steigung zu Anfang den Schlitten ordentlich beschleunigt.
Etwas südlich vom Grunewald befindet sich eine Rodelstelle im Fischtalpark. Dem Link folgend, erfährt man das Geheimnis seines Namens, der so gar nichts mit Fischen zu tun hat. An der Nordseite zur Onkel-Tom-Straße hin befindet sich eine Rampe, die für das Rodeln angelegt wurde. Im Zentrum liegt ein Teich in einer Senke, womit sich zahlreiche Strecken ergeben, die wegen des kleinen Gewässers mit Vorsicht zu genießen sind.
Gleich neben der John-F-Kennedy-Schule liegt der Schönower Park. Der Abhang in dieser Grünanlage reicht nur wenige Meter hinab und weist nur eine leichte Schieflage auf. Das macht ihn zu einem idealen Testgebiet für die Anfänger*innen des Schlittenfahrens. Die Nähe zum Zentrum von Zehlendorf fördert gleichwohl seine Beliebtheit.
Eine Rodelbahn befindet sich auf dem, wie es der Name schon andeutet, ebenfalls künstlichen Trümmerberg Lichterfelde. Auf seiner Spitze kann man den Blick schweifen lassen. Direkt im Anschluss an das Rondell beginnt die rund 200 Meter lange Rodelbahn. Der Trümmerberg erhebt sich 62 Meter über seine flache Umgebung, was dem Schlitten eine gute Bahn bietet.
Eigens geschaffen, um den Menschen das Fliegen beizubringen, steht eine runde Anhöhe im Lilienthal-Park Lichterfelde 15 Meter hoch. Das reicht für eine kleine Schussfahrt hinab. Der künstliche Berg ist zwar nicht besonders hoch, aber doch steil.
Steil auf und ab geht es in Kleinmachnow am Stolper Weg. Vor der Autobahnauffahrt Kleinmachnow steht der Stolper Berg rechts hoch. Der Kunstberg ist steil und erlaubt eine hohe Geschwindigkeit bei der Abfahrt, je nach Strecke. Allerdings gibt es Hindernisse. Am Fuß des Bergs blockiert ein Zaun das Ausbrechen auf die Straße. Er ist mit seinen 60 Metern Höhe zwar gut geeignet, aber noch nicht so bekannt.
Im Düppler Forst, etwas abseits des Königswegs, gibt es einen kleinen Abhang. Die Stelle ist ein absoluter Geheimtipp, denn hier findet man kaum Schlittenfahrende. Das mag auch an der Abgelegenheit liegen. Der Abhang ist nur wenig steil und auch nicht sehr lang. Es reicht für eine kleine Rutschpartie. Um den Platz zu finden, muss man dem Königsweg bis zur Brücke folgen, wo die stillgelegte Friedhofsbahn entlang fuhr. Dort liegen auch noch Gleise und Baureste. Den Gleisen oberhalb bis zu einer Freifläche folgen und den Abhang entdecken.
Wer kennt noch gute Rodelstrecken? Bitte in die Kommentare oder per Email schicken. Die Liste wird bei Bedarf aktualisiert!
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