Faun Skulptur Leuchtenburgerstrasse Zehlendorf Hasemann
Bis 2020 standen in der Leuchtenburgstraße noch zwei Skulpturen, wovon eine einem Anschlag zum Opfer fiel. Es handelt sich um Kunstwerke des Künstlers Arminius Hasemann, der aus seiner Zuneigung zum Faschismus keinen Hehl machte.
Arminius Hasemann war ein Künstler, der 1888 in Berlin geboren wurde und 1979 in Berlin starb. Schon seine Jugend verbrachte Hasemann oft in Zehlendorf, das seinerzeit noch einen eher dörflichen Charakter hatte. Er studierte Bildhauerei und die Bildenden Künste in Charlottenburg.
Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete sich Hasemann zum Militärdienst. In diesen Zeiten erwarb er mit Holzschnitten eine gewisse Berühmtheit. In der Zeit zwischen den Kriegen widmete er sich dem Expressionismus.
Schon vor der Übernahme der Faschisten litt Hasemanns Kreativität. Im Jahr 1932 trat er wohl aus Überzeugung den Nazis bei und nach der Machtergreifung Hitlers machte er sich zum Kulturwart. Mit Waffe im Anschlag zog er durch Zehlendorf und drangsalierte die Kunst-Community.
Vieler seiner Bronze-Werke wurden zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Nach der Eroberung Berlins durch die Rote Armee war er am Bau des sowjetischen Ehrendenkmals im Treptower Park und beim Bau der Staatsoper beteiligt.
Obwohl er für die Sowjets arbeitete und überzeugten Nazi war, schuf er die Gedenktafel für den von ihm verachteten Friedrich Ebert (SPD). Eines seiner Werke schenkte er kurz vor seinem Tod dem Berliner Zoo: die Affengruppe.
Arminius Hasemann lebte und arbeitete in der Leuchtenburgstraße 18. Als er starb, verkam das Haus und wurde Opfer von Plünderungen. In den 80er Jahren wurde das Haus dann abgerissen und es entstand ein Neubau. Zwei verbliebene Kunstwerke wurden dann auf der gegenüberliegenden Seite des Hauses aufgestellt. Die Aktion wurde vom Bezirksamt und den Nachbarn durchgeführt.
Bei den fraglichen Skulpturen handelte es sich zum Einen um die Figur eines Fauns, also eines Waldgeistes. Diese Skulptur ist in der Leuchtenburgstraße noch zu sehen. Sie besteht aus Muschelkalk, genau wie die nicht mehr zu sehende Figur. Dabei handelte es sich um eine rassistische Darstellung einer schwarzen Frau. Der Rassismus wurde durch den Titel „Negerin“ noch unterstrichen. Über den künstlerischen Wert der Skulpturen wird gestritten.
Im Jahr 2019 beantragte die Grünen-Fraktion im Bezirksamt von Steglitz-Zehlendorf die Versetzung der rassistischen Skulptur in ein Museum, wo es in einen Kontext gestellt werden sollte. Im Juni 2020 wurde dann die rassistische Figur der sitzenden Frau zertrümmert. Der Kopf wurde abgeschlagen und blieb bis heute verschwunden. Die Reste der Figur wurden entfernt.
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