Es steht einer Jeder und einem Jedem eine kostenlose Flotte bereit, mit der man viel, größeres oder schwereres transportieren kann. Gemeint sind selbstverständlich Lastenräder.
Man muss kleinere Kinder transportieren? Oder es steht mal wieder ein Großeinkauf an? Dann sollte man anstatt eines Autos die fLotte Berlin in die Überlegungen einbeziehen. Ich habe das gemacht und fand zu einem überwiegend positiven Urteil – denn es kommt ganz darauf an.
Lastenrad von fLotte-Berlin ausleihen
Jeder Bezirk verfügt über eine gewisse Anzahl von Lastenräder, die man kostenlos ausleihen kann. Das Konzept ist sehr schön, die verständlichen Bedingungen sind etwas umständlich. Zunächst muss man auf die Seite flotte-berlin.de.
Auf dieser Seite bedarf es der einmaligen Registrierung, schließlich leiht man sich ein kostspieliges Gerät aus. Den gewünschten Standort entnimmt man der Karte. Nach der Stationsauswahl entfaltet sich vor den Usern ein buchbarer Zeithorizont.
In allen Stadtteilen findet man solche Stationen. Im Berliner Südwesten sind sie nach Steglitz dünner gesät. Dennoch gibt es eine am Schlachtensee, in Dahlem und zwei im Zehlendorfer Zentrum. Auf halbem Weg nach Teltow gibt es auch eine Station und in Teltow selbst. Lichterfelde und Lankwitz verfügen ebenfalls jeweils über zwei.
Am fraglichen Tag muss man mit dem ausgefüllten Ausdruck und der Ausweiskopie erscheinen. Zur Einweisung gehört vor allem die dreifache Sicherung. Eines der Schlösser ist am Hinterrad angebracht, ein weiteres dient als Wegfahrsperre und mit dem dritten Schloss sichert man das Rad an einem Pfosten oder Fahrradbügel.
Das ungewohnte Fahren eines Lastenrads
Selbst für geübte Radfahr*innen ist es eine Herausforderung das Dreirad zu steuern, zumal zwei Räder vorne unsichtbar hinter dem Kasten liegen. Die Sattelstange ist durch die Entfernung bei einigen Rädern recht wacklig. Das war für mich das schlimmste, muss ich gestehen.
Das Gefährt derart durch den Berliner Verkehr zu bewegen, bedarf einiger Übung. Außerdem sind zu enge Fahrradwege und ein schlechter Untergrund – das Teil ist keinesfalls geländegängig – echte Unsicherheitsfaktoren. Ein gut ausgebautes Radwegenetz wäre für diese Verkehrswende so wichtig.
Über Kopfsteinpflaster kann man zwar fahren, aber es ist ungleich holpriger. Der zu transportierende Kisteninhalt wird dabei auch ordentlich durcheinandergewirbelt und Kinder sollten sich wohl gut festhalten.
Der Aufsatz, der Kasten des Lastenrads ist nicht immer gleich! Es gibt je nach Bezirk besondere Kisten, die allerlei Spezialisierungen haben. Vom Rollstuhl über eine bloße Plattform bis zum Babytransporter – ist alles dabei. Auch Truhen und Rikschas können ausgeliehen werden – zum Nulltarif. Das ist schon ein gutes Angebot.
Das Rad wird elektrisch unterstützt. Man tritt zwar, aber ohne große Mühe, selbst wenn die Kiste voll ist. Nur das Lenken verändert sich dadurch. Die Geschwindigkeit kann man darüber hinaus erhöhen, das ist aber eher was für geübte Fahrende.
Der Feind des Lastenrads ist die enge Kurve. Fährt man zu schnell in diese Kurve, könnte man ein Opfer der Zentrifugalkraft werden, was das Rad oder zumindest den Kasten in Schräglage bringt.
Fazit zum Lastenrad-Ausleih fLOTTE-Berlin
Es ist wirklich ungewohnt mit einem solchen Lastenrad zu fahren. Die Autos, die leider viel zu dicht überholen, sind das größte Problem. Die engen Alibi-Fahrradwege, auf denen man mit dem Lastenrad nicht fahren kann, bedeuten, dass man eine ordentliche Autoschlange hinter sich herzieht.
Der unendliche große Vorteil: Es kann das Auto für das Gros der Transporte ersetzen. Und es ist auch noch kostenlos. Je dichter man ans Zentrum kommt, desto dichter ist das Netz der Stationen. Abseits von Steglitz könnte die Bereitstellung besser vorangetrieben werden.
Die Kiste reicht auf jeden Fall für einen Einkauf. Größere Dinge wie Schränke oder dergleichen kann man nicht transportieren.
Danke für die ausführliche Berichterstattung. Das motiviert mich, mich mal auf der Seite umzusehen und es vielleicht auch einmal zu probieren.